Die Unternehmergesellschaft - Neuland für die haftungsbeschränkte Unternehmensgründung

1. Die GmbH-Reform


Der Bundestag verabschiedete am 26.06.2008 das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG). Voraussichtlich wird das Gesetz noch in diesem Jahr in Kraft treten. Mit der GmbH-Reform wird die „Unternehmergesellschaft" eingeführt (§ 5 a des Regierungsentwurfs). Es handelt sich dabei nicht um eine eigene Rechtsform, sondern um eine Variante der GmbH für die besondere Regeln gelten.

Anders als die GmbH setzt die Unternehmergesellschaft kein Stammkapital in Höhe von Euro 25.000,00 voraus. Vielmehr kann die Gesellschaft bereits mit einem Stammkapital von Euro 1,00 gegründet werden.

Die Firma muss die Bezeichnung „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)" oder "UG (haftungsbeschränkt)" führen.

Um die gegenüber der GmbH erheblich geringere Stammeinlage zu kompensieren ist die Unternehmergesellschaft zur Bildung einer gesetzlichen Rücklage verpflichtet. In diese sind 25 % des Jahresüberschusses einzustellen. Die Pflicht zur Thesaurierung endet erst, wenn das Stammkapital mindestens Euro 25.000,00 beträgt.

2. Auswirkung auf die Praxis der Unternehmensgründung

Unternehmensgründer verfolgen in der Regel das Ziel, eine persönliche Haftung für ihre Unternehmung auszuschließen. Dies war bislang nur durch die Gründung einer Kapitalgesellschaft (AG/GmbH) möglich. Viele - insbesondere jüngere - Unternehmensgründer waren jedoch nicht in der Lage, die für die Gründung einer Kapitalgesellschaft erforderliche Stammeinlage aufzubringen. Dies hat in der Praxis dazu geführt, dass immer häufiger von einer Unternehmensgründung in Form einer engli-schen Limited (ltd.) Gebrauch gemacht wurde.
 
 
3. Tipp

Mit Einführung der Unternehmergesellschaft besteht für Unternehmensgründer die Möglichkeit mit geringem finanziellen Aufwand ein Unternehmen in beschränkter Haftungsform aufzubauen.

Die Unternehmergesellschaft stellt gegenüber der englischen Limited, die für den in Deutschland tätigen Unternehmer die günstigere Rechtsform dar. Denn während bei der Limited zahlreiche englische Normierungen zu beachten sind, richtet sich die Unterneh-mergesellschaft nach dem deutschen GmbH-Recht.

Die Aufnahme und die Verbreitung der Unternehmergesellschaft in der Praxis darf mit Spannung erwartet werden.


Nikolas Hölscher
Rechtsanwalt

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